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Treff Bürgerinitiative Zukunft ohne Atom – Waldshut

23. Oktober 2018 @ 17:30 - 20:00

Nach dem Offenen Brief an die Regierungspräsidenten Bärbel Schäfer, den Ihr nachstehend hier findet.
Das Thema Evakuierung im Falle eines Super-Gaus wird auch das Thema der nächsten Zusammenkunft sein.

Am 23. Oktober wie immer um 17:30 Uhr in der Gartenstraße 12 a im Gemeinschaftsraum der WohnVision
um weitere Pläne für eine Veranstaltung zum Thema Evakuierung zu schmieden.

Offener Brief zu den Evakuierungsplänen des Regierungspräsidiums Freiburg bei einer Havarie in einem der Schweizer AKWs an die Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer

Sehr geehrte Frau Regierungspräsidentin Schäfer,
die Menschen am Hochrhein warten auf Antworten. Am 8. August haben wir Ihnen in einem Schreiben Fragen zu den neuen Evakuierungsplänen gestellt. Unter anderem wollten wir wissen, wie die Menschen im Falle eines Super-Gaus schnell und sicher aus der Kernzone (5km Radius) und der Mittelzone (20km Radius) herausgebracht werden sollen.
Die Antworten, die uns Herr Ficht in dem Schreiben vom 28.8.2018 gegeben hat, empfinden wir als unzureichend. Die Pläne, so heißt es darin „befinden sich derzeit noch in Erstellung“ und „Der Abschluss der Gesamtplanungen ist aufgrund der hohen Komplexität der Planung und der erforderlichen Zusammenarbeit vieler Stellen auf diversen Ebenen derzeit noch nicht absehbar.“

Wir aber haben keine Zeit mehr. Ein GAU kann jederzeit passieren. Techniker beschreiben die Zuverlässigkeit in der Technik durch die „Badewannenkurve“. Wenn man die Ausfallrate von technischen Geräten und Systemen abhängig von ihrer Lebensdauer darstellt, ähnelt die entstehende Kurve dem Querschnitt einer Badewanne. Am Anfang ist die Störfallrate eines technischen Systems besonders hoch, danach über lange Zeit relativ niedrig um am Ende des Lebenszykluses wieder hoch anzusteigen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Uralt-AKWs der Schweiz mit jedem Tag störanfälliger werden.

Aus Sicherheitsgründen müssten sie längst vom Netz gehen. Deshalb verstehen wir nicht, warum die Evakuierungsplanung nicht beschleunigt werden kann.
Das Schreiben verweist auf die beigefügte, uns jedoch hinlänglich bekannte „Notfallbroschüre für die Umgebung um die Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt“ von 2012 und ergänzt, die aktuellste Version sei, in elektronischer Form, unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Sicherheit/Seiten/ Katastrophenschutz.aspx abrufbar. Die zurzeit abrufbare Version, ist allerdings so aktuell, dass die neuen Planungsradien nicht darin enthalten sind. Wie ist so etwas möglich?
Warum ist die Planung nicht transparenter?
Zum Abschluss verweist der Brief auf die „regelmäßig grenzüberschreitenden Übungen mit den benachbarten Behörden und Kernkraftwerken“. Die nächste soll 2019 mit dem AKW Beznau stattfinden. Was wird da geprobt und warum ist die Öffentlichkeit bei diesen Übungen nicht miteinbezogen? Es geht schließlich um uns.
Oder handelt es sich bei diesen Übungen, wie in der Notfallbroschüre von 2012 steht, nur um Überprüfungen der Telefonleitungen: „Daneben werden turnusmäßig die bestehenden Telefonstandleitungen zwischen der Aufsichtsbehörde ENSI, der NAZ, dem Regierungspräsidium Freiburg und dem Landratsamt Waldshut getestet.“?

Zum Abschluss wiederholen wir noch einmal die Fragen aus unserem Schreiben vom 8.August:
Aus der Kernzone müssen mindestens  18.447 Menschen innerhalb kürzester Zeit evakuiert werden. Da sie sich in erster Linie mit Privatfahrzeugen in Sicherheit bringen sollen, bedeutet das, dass eine Autoschlange von mindestens 23 Kilometern entsteht. Aus der Mittelzone müssen mindestens
115 230 Einwohner abtransportiert werden. Dies führt zu einer Autoschlange von 144 km. Ein Verkehrschaos ist unausweichlich, da die Hochrhein Region nur durch die B500 und die B34 – teilweise A 98 (dreispurig) – an das Fernstraßennetz der Bundesrepublik angeschlossen ist. Diese Straßen sind noch dazu stark vom internationalen LKW-Verkehr frequentiert.
Wie wollen Sie sicherstellen, dass im Falle eines atomaren Zwischenfalles, die Straßen, die aus der Gefahrenzone führen, frei befahrbar sind?

Wie kann sichergestellt werden, dass im Gefahrenfall auch die Trasse der Hochrheinbahn als Fluchtmöglichkeit benutzt werden kann?

Wo sollen Auffanglager für die Evakuierten eingerichtet werden?

Welche Vorsorgemaßnahmen können die Bürger im Hochrheintal und in den betroffenen Schwarzwaldregionen heute bereits für den Ernstfall treffen?

Die positiven und begeisterten Reaktionen aus der Bevölkerung auf unsere zusammen mit dem BUND veranstaltete Ausstellung „Strahlende Zeiten Eine Kunstaustellung über das Leben mit der Atomkraft am Hochrhein“ haben uns gezeigt, wie wichtig dieses Thema für uns alle hier ist. Die Menschen am Hochrhein warten auf Antworten.

Mit besten Grüßen
Bürgerinitiative ZoA Zukunft ohne Atom

Details

Datum:
23. Oktober 2018
Zeit:
17:30 - 20:00

Veranstalter

Bürgerinitiative ZoA Zukunft ohne Atom
Website:
https://zoahochrhein.wordpress.com

Veranstaltungsort

WohnVision
Gartenstraße 12 a
Waldshut-Tiengen, 79761
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